Kirchlicher Segen für neues Feuerwehrfahrzeug in Wilhelmsdorf

Kirchlicher Segen für neues Feuerwehrfahrzeug in Wilhelmsdorf

Christian Schmidt: Ehrenamt ist unverzichtbar

Lob für Rüdiger Probst und Klaus Schönleben: „Tolle Truppe“

 

Wilhelmsdorf (pmw). Dass das neue Feuerwehrfahrzeug möglichst wenige Notfall-Einsätze mitmachen muss und die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr stets auch wieder wohlbehalten zurückkommen mögen, das stand im Mittelpunkt aller Reden und Grußworte bei der offiziellen Inbetriebnahme des HLF 20. ‚Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug‘ heißt das „Multitalent“ mit breitem Einsatzspektrum und Allradantrieb, voll mit modernster Technik zum Löschen und Helfen.

Mit einem kleinen Fest hat die Freiwillige Feuerwehr Wilhelmsdorf das neue Fahrzeug der Öffentlichkeit vorgestellt. Zu Beginn stand ein Gedenken an den kürzlich verstorbenen Ersten Bürgermeister Werner Friedrich, der, wovon die Verantwortlichen von Feuerwehr und Gemeinde überzeugt waren, unter keinen Umständen gewollt hätte, dass diese Veranstaltung wegen ihm abgesagt wird. Amtierender Bürgermeister Peter Müller: „Die Feuerwehren waren ihm sehr wichtig, stets hat er sich für die Anliegen unserer Wehren eingesetzt und auch in dieser Hinsicht sind wir ihm zu großem Dank verpflichtet“.

Als Schirmherr lobte auch der heimische Abgeordnete im Deutschen Bundestag und Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt, den Einsatz der ehrenamtlichen Feuerwehrleute. Es sei wichtig, dass diejenigen, die ihr Leben zur Rettung anderer riskieren, bestens geschützt und der Nachwuchs motiviert sind. Für den Haupt-Zuschussgeber, den Freistaat Bayern, ergriff der Stimmkreisabgeordneten im Bayerischen Landtag, Hans Herold, das Wort. Als Stellvertreter des Landrats hob Bernd Schnizlein die Bedeutung des Ehrenamtes auch in diesem Bereich hervor.

Kommandant Rüdiger Probst und der Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Klaus Schönleben, gingen auf die vielfältigen Herausforderungen ein, die es bei der Festlegung von Fahrzeugvariante und Ausrüstung sowie die Anschaffung als solche mit Erstellung eines Leistungsverzeichnisses zu bewältigen galt, bis hin zur notwendigen europaweiten Ausschreibung. Diese habe wegen der Komplexität der Anforderungen nur mit einem spezialisierten Fachmann erfolgen können, was Bundesminister Christian  Schmidt zum  Anlass nahm, die „an manchen Stellen überzogene Bürokratie“ aufs Korn zu nehmen.

Umrahmt vom Posaunenchor unter Leitung von Werner Stumptner spendete Pfarrer Alexander Seidel den kirchlichen Segen für das Fahrzeug. Mit dabei waren zahlreiche Verantwortliche der Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis und von der Patenwehr aus Wilhelmsdorf am Bodensee, die nicht nur mit Geschenken überraschten, sondern auch generationenübergreifend ihren ältesten und jüngsten Feuerwehrmann dabei hatten. Und neben David Schneider als Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Hagenbüchach-Wilhelmsdorf und Sandra Winkelspecht, amtierende Bürgermeisterin der Nachbargemeinde Emskirchen, waren auch Repräsentanten von Mercedes und Magirus gekommen, die das Chassis lieferten und den Aufbau bewerkstelligten.

Dass die Anschaffung mit einem Volumen von rund 400.000 Euro nicht einfach zu stemmen aber notwendig war, betonte Wilhelmsdorfs Zweiter Bürgermeister Peter Müller: „Die Unversehrtheit unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger ist mit keinem Geldbetrag aufzuwiegen, die Sicherheit und der Schutz unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger wie auch unserer Feuerwehrleute muss uns das wert sein!“. Sein Dank galt in diesem Zusammenhang der Bayerischen Staatsregierung und dem Landkreis als Zuschussgeber, die mit 125.000 und 47.000 € bei der Finanzierung halfen.

Die Feuerwehren gehörten wie Wasser, Energie, Straßen, Kanäle und Datenautobahnen zur Grundversorgung jeder Gemeinde und es brauche den bestmöglichen Schutz der Menschen zur Abwehr von Gefahren und zur Rettung in Notfällen. Müller: „Es geht um Retten, Löschen, Bergen und Schützen, aber es geht auch um das Ehrenamt und eine lebendige Vereinsstruktur“. Und mit Blick auf die zahlreich gekommenen Feuerwehrleute: „Ihr seid eine tolle Truppe!“

Für 40 Jahre Feuerwehrdienst wurde schließlich Günther Belatschek geehrt. Neben Geschenken und einem Gutschein für einen Erholungsaufenthalt überreichte Bernd Schnizlein in Vertretung von Landrat Helmut Weiß eine Dankurkunde, unterschrieben vom Bayerischen Staatsminister des Innern, Joachim Herrmann. Danach wurde noch ausgiebig gefeiert, umrahmt von Live-Musik mit „Firestone & Balu“.

 

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Fotoauswahl:

  • Patenwehr generationenübergreifend: v.l. Kommandant Wolfgang Diesing, Christoph Marek (17) und Frieder Mader (83). (Foto pmw)
  • Schirmherr Bundesminister Christian Schmidt. (Foto pmw)
  • Das neue Fahrzeug ist voll mit modernster Technik. (Foto pmw)
  • Bei der Abholung in Ulm, noch mit dem inzwischen verstorbenen Bürgermeister Werner Friedrich. (Foto pmw)
  • Ehrung v.l.: Stellvertretender Landrat Bernd Schnitzlein, der Geehrte Günther Belatschek, MdL Hans Herold, Kommandant Rüdiger Probst, amtierender Bürgermeister Peter Müller und Hartmut Tanzberger von der Feuerwehraufsicht im Landkreis (Foto: Patrick Winkelhöfer)

 

Bericht aus dem Gemeinderat Juli 2017

Kurzinformationen zur Juli-Sitzung des Gemeinderates

„Zur Erhaltung der Infrastruktur und letztlich auch zur Bezahlbarkeit gemeindlicher Einrichtungen ist ein gesundes Wachstum unabdingbar“, darin waren sich die Gemeinderäte anlässlich der Juli-Sitzung einig. Schwerpunkt war die Behandlung der Stellungnahmen zum Vorentwurf des geplanten Baugebiet Brunner Wegfeld / Blumenstraße.

Bedenken etlicher Anwohner, wonach der Verkehr in „ihren“ Straßen zunähme, wurden ausgiebig diskutiert. Ohne bauliche Entwicklung gäbe es aber manche Anwesen auch derjenigen nicht, die sich heute negativ zum Neubaugebiet artikulieren. Natürlich werde die Gemeinde die Anliegen ernst nehmen und  nach Lösungen suchen, zum Beispiel nach mindestens einer zusätzlichen Zufahrtsmöglichkeit. Zunächst geht es aber um den ersten Bauabschnitt, der leider im hinteren Teil des Gesamtgebietes liegt, weil eine organische Entwicklung vom Ortskern aus derzeit nicht realisierbar ist.

Es geht um bezahlbare Infrastruktur

„Zukunftsorientiertes Wachstum muss für eine Gemeinde nicht nur erlaubt sein, es ist sogar Pflicht und Aufgabe der Gemeinde, dafür Sorge zu tragen, dass die Gemeinde nicht schrumpft oder überaltert“, so Erster Bürgermeister Werner Friedrich. Und es gehe um langfristige Verbesserung bei den Einnahmen durch Einkommensteueranteile und bei der Grundsteuer. Vieles Notwendige und auch lieb gewordene wäre ansonsten nicht mehr bezahlbar.

Ohne die Neubauentwicklung der letzten Jahre hätte die Gemeinde heute etwa 150 Einwohner weniger, mit all den Auswirkungen zum Beispiel auch auf die Kosten der Bürger für Wasser und Abwasser, auf die Umsätze beim Bäcker, beim Metzger und der Sparkasse. Ebenso wären vielfältige finanzielle Vor- und Eigenleistungen der Gemeinde zur von allen gewünschten umfassenden Breitbandversorgung nicht möglich gewesen und auch die Mittel zur Unterstützung örtlicher Vereine wären nicht vorhanden.

Dem Wohl aller Bürger verpflichtet

Die Wahrnehmung von Einzelinteressen sei zwar legitim und müsse in einer Demokratie auch ausgehalten werden, für Bürgermeister Friedrich und die Gemeinderäte war aber klar: „Die Gemeinde muss das Wohl aller Bürger im Auge haben, Gemeinschaftsinteressen gehen vor“. Die gemeindlichen Pläne werden mit größtmöglicher Transparenz dargestellt, anderslautende Stellungnahmen entbehrten jeglicher Grundlage. „Wir wollen einen sachlichen Dialog“.

Diesen führt die Gemeinde auch mit den Behörden, die sich ganz überwiegend aufgeschlossen zu den Plänen zeigten. Die Gemeinde bemühe sich auch um Schließung von Baulücken im Ortskern, soweit sie vorhanden und vor allem verfügbar sind. Ferner ist die Schaffung von Ausgleichsflächen geplant, um den Belangen des Natur- und Artenschutzes gerecht zu werden. Zur Sicherstellung der Vorfinanzierung des geplanten Baugebietes hat die Gemeinde einen so genannten Nachtragshaushalt beschlossen.

Sonstiges, auch wichtig

Zu später Stunde behandelten die Gemeinderäte noch die Pläne zur Schaffung von Parkplätzen im Bereich der Bergstraße und stellten das Ergebnis der örtlichen Rechnungsprüfung fest. Bürgermeister Friedrich berichtete zudem über die Breitbandförderung des Bundes zur weiteren Verbesserung und Sicherstellung der Internetversorgung und über die Pläne zur offiziellen Indienststellung des neuen Feuerwehrfahrzeuges am 16. September. Vor diesem Hintergrund sollen vor allem die roten Fassadenteile des Feuerwehrhauses bis dahin farblich aufgefrischt werden.

 

PM.