Kirchweih Wilhelmdorf 2018

Kirchweihauftakt in Wilhelmsdorf

Bürgermeister Probst und Gemeinde baten „zu Tisch“

Wilhelmsdorf (pmw).

Ehrenamtlich Tätige und Repräsentanten des Öffentlichen Lebens werden in Wilhelmsdorf traditionell zu Beginn der Kirchweih zu einem „kulinarischen Dämmerschoppen“ eingeladen. Erster Bürgermeister Rüdiger Probst ging im Rahmen seiner Begrüßung auch auf überregionale Themen ein: „Die Demokratie ist ein fragiles Gebilde, anfällig für Extremisten von rechts und links“. Mit Blick auf die Landtags- und Bezirkstagswahl am 14. Oktober rief er dazu auf, „besonders in bewegten Zeiten wie diesen auf politische Verlässlichkeit zu setzen, keine Experimente einzugehen oder gar Stimmen nur aus Protest zu vergeben“.
Viel lieber wäre Probst wie in den letzten Jahren auch ganz normaler Gast des Dämmerschoppens gewesen. Der plötzliche Tod von Bürgermeister Werner Friedrich kurz nach der letztjährigen Kirchweih habe aber zu Neuwahlen gezwungen. Und so oblag es ihm heuer, die Begrüßung der zahlreichen Gäste vorzunehmen. Sein besonderer Gruß galt Pfarrer Alexander Seidel, „denn die Kirchweih hat ja, wenn auch für manche nur am Rande, etwas mit der Kirche zu tun“. Deshalb sei „die Weihe unserer Kirche auch der originäre Ausgangspunkt der Festlichkeiten und unseres heutigen Treffens“.
Probst: „Das Ehrenamt stärken“
Neben dem früheren Landtagsabgeordneten Friedrich Loscher-Frühwald waren dann auch zahlreiche örtliche Unternehmer der Einladung ebenso gefolgt, wie Bürgermeisterkollegen der „Kommunalen Allianz AurachZenn“ und Führungskräfte der Feuerwehren der Gemeinde. „Das ehrenamtliche Engagement insgesamt und auch im Sicherheitsbereich stärken“, gehöre zu seinen Zielen im Rahmen der Gemeindearbeit. Ohne dem Einsatz vieler Freiwilliger würde das Rettungswesen nicht funktionieren. Probst: „Unser Anliegen ist, die Feuerwehren immer gut ausgebildet und ausgerüstet zu sehen“, wobei der Bürgermeister auf die beiden Großfeuer in der Gemeinde verwies, welche sich in den letzten Monaten ereignet hatten.
Dass der Gemeinde Bildung und Ausbildung am Herzen lägen, belegten die rund 300.000 Euro, welche die Gemeinde jährlich dafür ausgibt. „Aber Bildung ist Zukunft“ und so freute es ihn, hochrangige Vertreter der Schulen begrüßen zu können. Auch Repräsentanten der Kreditinstitute und aller im Ort organisierten Vereine waren anwesend. „Ihr alle tragt wesentlich zu einem lebens- und liebenswerten Wilhelmsdorf bei“.
Infrastruktur zum Wohnen und als Grundlage für Arbeitsplätze
Von örtlichen Baustellen im Zusammenhang mit neuen Wasser- und schnellen Internetleitungen konnte Probst ebenso berichten, wie von weiteren Maßnahmen zum Ausbau der Infrastruktur, „alles wichtig zum Erhalt bestehender und der Ermöglichung neuer Arbeitsplätze“. Verbesserte Busverbindungen nach Herzogenaurach gehörten ebenso dazu, wie der Breitbandausbau, welcher nur dank großzügiger Förderung des Bundes und des Freistaates Bayern möglich sei.
Zudem gehe es darum, den Menschen ausreichenden und bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung stellen zu können. Für Probst müsse „unsere günstige Lage in der Nähe zu den großen Zentren und wichtigen Arbeitgebern innovativ zur Fortentwicklung genutzt werden“. Das solle aber „mit Maß und Ziel“ und vorrangig für Einheimische erfolgen. Nicht vergessen werde aber auch das Bemühen um Einrichtungen für ältere Menschen einerseits und um ausreichende Betreuungsplätze für Kinder andererseits.
Verbunden mit dem Wunsch nach einer fröhlichen und friedlichen Kerwa dankte Probst den Musikanten und Schaustellern, den Ortsburschen und Ortsmadli sowie der Gastronomie für das umfangreiche Kerwaprogramm und das ansprechende kulinarische Angebot. Rüdiger Probst: „Der Gemeinderat wünscht sich, dass die Auswärtigen Wilhelmsdorf und die Einheimischen die Kirchweih in bester Erinnerung behalten“.

Foto: Erster Bürgermeister Rüdiger Probst bei seiner Kirchweih-Ansprache
Foto v.l.: MdL a.D. Friedrich Loscher-Frühwald, Bürgermeister Rüdiger Probst und Pfarrer Alexander Seidel

Kirchweih Wilhelmdorf 2018

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, sehr geehrte Gäste aus Nah und Fern.

Wilhelmsdorf feiert vom 15. bis 20. August seine diesjährige Kerwa. Grundlage für dieses Fest ist die Einweihung der Hugenottenkirche am 18.August 1754.

Ein buntes Programm bieten die Schausteller vor den Brennereistuben mit ihren Fahrgeschäften und Buden, wie auch die mehr als 30 Ortsburschen und –madli mit ihren vielen Aktionen. Die Familie Günthner wird uns mit fränkischen Köstlichkeiten und Aischgründer Bier verwöhnen.
In Wilhelmsdorf hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan. Die Bergstraße ist nach mehr als zweijähriger Bauzeit fast fertig: Die dringend sanierungsbedürftigen Wasserleitungen wurden ersetzt und ein durchgängiger Gehweg geschaffen.
Im Nordwesten wird ein Gebiet für die Bebauung überplant. Hier sollen Bauplätze entstehen, die in erster Linie Wilhelmsdorfer Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stehen sollen.
Im Bereich „Schnelles Internet“ wurde der Masterplan fertig gestellt, so dass bei ohnehin anstehenden Aufgrabungen schnell und gezielt Leerrohre für Glasfaser mit verlegt werden können. Für den Bereich Blumenstraße und Ebersbacher Straße wird in Kürze mit dem Vectoring die neueste Technologie geschaltet, was schnellere Up- und Downloads ermöglicht. Somit sollten dann alle Bereiche gut versorgt sein.
Dass ich so eine lebendige Gemeinde als Bürgermeister lotsen darf, erfüllt mich mit Stolz; das war nicht geplant. Der plötzliche Tod von Bürgermeister Werner Friedrich hat uns aber zu Neuwahlen gezwungen. Ich konnte die Gemeinde in sehr gut geordneten Verhältnissen übernehmen und möchte gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern weiter an einer guten Zukunft unserer Heimat arbeiten.
In Wilhelmsdorf gibt es ein aktives Vereinsleben – die Vereine sind die Pulsader der Gemeinde und sorgen für Zusammenhalt, durch sie gibt es vielfältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung und zur sportlichen wie kulturellen Betätigung, und sie sorgen für das in Wilhelmsdorf schon immer funktionierende Miteinander der Generationen.
Und es gibt eine enge und vertrauensvolle Kooperation mit Pfarrer Alexander Seidel, mit unserer Kirchengemeinde und dem Diakonieverein als Träger des Kindergartens.
Auch im Namen des Gemeinderates lade ich alle Mitbürgerinnen und Mitbürger und natürlich auswärtige Gäste sehr herzlich dazu ein, ein paar gemütliche Stunden bei uns in Wilhelmsdorf zu verbringen.

Ihr Rüdiger Probst
Erster Bürgermeister

Kirchweihprogramm hier:

Aus dem Gemeinderat Juli 2018

Gemeinde plant Kooperation bei Elektrofahrzeug
Wilhelmsdorf (pmw).

„Wir haben als Gemeinde schon frühzeitig mit den beiden Windkraftanlagen einen Beitrag zur Energiewende geleistet“, so Erster Bürgermeister Rüdiger Probst bei einer Sitzung des Gemeinderates. Jetzt soll auf Anregung der Gesellschaft ‚Bürgerwindrad Wilhelmdorf‘ in Kooperation mit der Gemeinde ein Elektrofahrzeug angeschafft werden, welches sowohl der Gemeinde als auch den Gesellschaftern zur Verfügung steht. Man war sich einig, dass die Beteiligung an dem Projekt „ein weiterer Baustein auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit sein kann“.
Marcus Dornbauer als Geschäftsführer der Bürgerwindradgesellschaft erläuterte das Vorhaben. Die Kurzfassung: Die Windradgesellschaft least das Fahrzeug und errichtet eine Ladestation, die Gemeinde bezahlt den Strom und nimmt das Fortbewegungsmittel organisatorisch in Obhut. Als Gegenleistung können Gemeindemitarbeiter das Fahrzeug dienstlich ebenso nutzen, wie die Gesellschafter, wobei die Ausleihe über die Gemeinde erfolgt.
Diskussionsbedarf war genügend vorhanden. Vor allem ging es darum, dass die Ausleihe praktikabel und organisatorisch überschaubar bleibt; auf Bauhof und Verwaltung dürften keine allzu großen zusätzlichen Aufgaben zukommen. „Die Gemeinde kann und will kein Leihwagengeschäft aufmachen. Und solange mehr als die Hälfte des Stroms in Deutschland aus Kernkraft- und Kohlkraftwerken kommt, ist das Unterfangen grundsätzlich in Frage zu stellen“, so Mitglieder des Gemeinderates. Auch Marcus Dornauer meinte, dass das Ganze nur mit Ökostrom wirklich Sinn mache.
Elektrofahrzeug im Probebetrieb
Dennoch wollte niemand einer Probephase im Weg stehen und so gab es Zustimmung zum Projekt „E-Mobilität“ unter der Voraussetzung, dass der Verwaltungsaufwand sich in engen Grenzen hält. „Wenn der Aufwand zu groß wird, steigen wir wieder aus“, so Bürgermeister Probst, der vom Gemeinderat beauftragt wurde, Details mit dem Geschäftsführer der Windradgesellschaft abzustimmen. Als Standort wurde die Bergstraße 9 ausgemacht, wo derzeit einige Parkflächen entstehen und auch die Ladestation platziert werden könnte. Über die Art des Fahrzeuges, im Gespräch waren der von der Post eingesetzte „Streetscooter“ und alternativ dazu ein französisches Fabrikat, will man sich im Benehmen mit der Windradgesellschaft noch Gedanken machen.
Beitrag zur Energiewende
Letztlich gehe es auch darum, langfristige Verkaufsmöglichkeiten für den in der Gemeinde erzeugten ökologischen Strom zu erschließen. Für Marcus Dornauer ist die „Elektromobilität zwar kein Allheilmittel zur Energiewende, aber ein wichtiger Schritt dazu“. Die beiden Windkraftanlagen auf Wilhelmsdorfer Gebiet hätten zuletzt mehr Strom ökologisch erzeugt, als in der gesamten Gemeinde benötigt wird.

Etlichen Baumaßnahmen zugestimmt
Zum Plan einer örtlichen Bäckerei, mit der Überbauung des Hofraumes den Backraum zu erweitern, hat der Gemeinderat das gemeindliche Einvernehmen erteilt. „Wir dürfen und wollen der Entwicklung von ortsansässigem Handwerk nicht im Wege stehen“, so Bürgermeister Probst. Zusätzlich soll der Parkplatz an der Südseite der Bäckerei für Lieferzwecke überdacht werden. „Wir sind noch auf der Suche nach alternativen Parkmöglichkeiten, die im Ortskern ohnehin nur begrenzt vorhanden sind“.

Keine Einwände hatte der Gemeinderat mehrheitlich auch gegen die Wiederrichtung eines Wohnhauses in der Gemarkung Ebersbach, welches an Weihnachten vollständig abgerannt war. Die Zufahrt zu dem im Außenbereich liegenden Bauvorhaben sei durch eine Grunddienstbarkeit gesichert, die Wasserversorgung erfolge mittels eines hauseigenen Brunnens. Es wurde aber nochmals explizit auf die Sicherstellung einer ordentlichen Entwässerung hingewiesen, wozu bereits ein Sachverständigengutachten eingeholt worden sei. Es wurde nochmals klargestellt, dass eventuell dennoch notwendige Erschließungsmaßnahmen keinesfalls auf Kosten der Gemeinde erfolgen.

Zugestimmt hat der Gemeinderat auch einem Teillabbruch mit anschließender Geräteraumerweiterung für einen Betrieb in der Rosenstraße. Die Genehmigung zur Wiederrichtung einer Abbundhalle im Gewerbegebiet, die vor einigen Wochen einem Brand zum Opfer gefallen war, erfolge im Rahmen des Freistellungsverfahrens, berichtete Probst dem Gemeinderat.

Gewässerentwicklungskonzept im Entstehen
Der Bürgermeister stellte kurz auch das im Rahmen der Kommunalen Allianz geplante Gewässerentwicklungskonzept vor. Hierbei handele es sich um ein unverbindliches und langfristig angelegtes Vorhaben. Abzüglich staatlicher Förderung würden für die Konzeption und das damit zu beauftragende Institut letztlich nur maximal 2.000 Euro auf die Gemeinde zukommen, was den meisten Räten die Zustimmung erleichterte.