Archiv für den Monat: September 2008

Aktuelles aus dem Gemeinderat

„Die Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft unserer Wehren erfordert unverzügliche Maßnahmen“, so Bürgermeister Werner Friedrich bei der letzten Gemeinderatssitzung. Und so beschlossen die Gemeinderäte einstimmig, bei der leidigen Führerscheinfrage für Feuerwehrleute in Vorleistung zu treten und mit der Übernahme der Kosten für den Erwerb der Fahrerlaubnis für LKWs in die Bresche zu springen.

Hintergrund ist, dass nach neuen europaweit gültigen Regelungen viele vor allem jüngere Feuerwehrkräfte mit dem „normalen“ Führerschein die schweren Fahrzeuge nicht mehr fahren dürfen. „Nicht zumutbar“ sei es in diesem Zusammenhang, „jungen einsatzbereiten Menschen, die im Ehrenamt für andere tätig sind, auch noch die Kosten tragen zu lassen“.

Zwei als zuverlässig bekannte junge Feuerwehrmänner sind bereits in Ausbildung. Die Führerscheinkosten werden unter der Voraussetzung übernommen, dass mindestens zehn Jahre ununterbrochen Dienst bei der Feuerwehr geleistet wird; andernfalls müssen die Kosten zeitanteilig zurückerstattet werden.

Als „erfreulich niedrig“ bezeichnete Bürgermeister Werner Friedrich die Uranbelastung des Trinkwassers in Wilhelmsdorf. Mit 1,6 Mikrogramm pro Liter sei der Wert im untersten Bereich der im Verteilungsgebiet der FWF gemessenen Belastungen angesiedelt und weit entfernt vom allgemeinen Leitwert von 10 Mikrogramm. Der Gemeinde komme zugute, dass das Trinkwasser aus dem Quellgebiet des Lechs stamme, welches naturgemäß wenig belastet sei.

Der seitens der staatlichen Rechnungsprüfung immer wieder bemängelten Unterdeckung bei den Kosten für die Abwasserbeseitigung soll nach Beschluss des Gemeinderates jetzt Rechnung getragen werden. Eine Grundgebühr, wie von der Verwaltung vorgeschlagen, wollen die Räte allerdings nicht einführen. Die Abrechnung nach tatsächlichem Verbrauch sei gerechter und so sollen Mehreinnahmen von etwa 20.000 Euro über den Kubikmeterpreis erzielt werden.

Nach vorläufigen Schätzungen wird dieser wohl von derzeit 1,95 auf etwa 2,25 Euro angehoben werden müssen. Gemeinderäte nannten dies eine „maßvolle Preisanpassung, wenn man berücksichtigt, dass über viele Jahre hinweg die Abwasserentsorgung ein Draufzahlgeschäft für die Gemeinde war“.

Den zunehmenden Verunreinigungen durch Hunde will die Gemeinde Wilhelmsdorf jetzt durch die Überarbeitung der Verordnung entgegentreten. Die Verwaltung wurde beauftragt, entsprechende Vorbereitungen zu treffen, ohne die Hundebesitzer über Gebühr zu belasten. „Die Mehrheit der Hundeliebhaber verhält sich korrekt, aber der Minderheit muss deutlich gemacht werden, dass ihr Fehlverhalten künftig geahndet wird“, so Bürgermeister Werner Friedrich. In Zukunft werden also wohl diejenigen mit Geldstrafen rechnen müssen, die die Hinterlassenschaften ihrer „Zamperl“ nicht ordnungsgemäß entsorgen.

Als „zu fachchinesisch und kompliziert“ wurde von Gemeinderäten der Fragebogen des Landratsamtes bezeichnet, mit welchem derzeit der Bedarf für schnelle Datenleitungen ermittelt wird. „Wir brauchen jetzt schnell die schnellen Leitungen“, so der Tenor im Rat, und es wisse doch inzwischen jeder, dass dies flächendeckend notwendig sei. Die Gemeinde ist zwar an das DSL-Netz angeschlossen, aber mit jedem neuen Anschluss und mit zunehmender Entfernung vom Knotenpunkt werde die Übertragungsgeschwindigkeit langsamer.

In Wilhelmsdorf wird aktuell die Integration in ein laufendes Projekt der Telekom geprüft, mit welchem noch bis Ende dieses Jahres ein Glasfaserkabel von Emskirchen nach Oberreichenbach verlegt werden soll. Nach Aussage des Bürgermeisters führe die Trasse am Gewerbegebiet vorbei, so dass die anteiligen Kosten der Gemeinde „überschaubar“ wären.

Der Bürgermeister berichtete auch über Fortschritte im Baugebiet Beethovenstraße. Der Straßenausbau stehe kurz vor der Vollendung und inzwischen seien fast alle Leitungen verlegt. Zusätzlich seien im gesamten Baugebiet flächendeckend Bodenuntersuchungen von einem anerkannten Geotechniklabor durchgeführt worden, welche die in Wilhelmsdorf üblichen sehr sicheren und stabilen Bodenwerte ergeben hätten.

„Ausgesprochen positiv“ sei das Ferienprogramm der Gemeinde angenommen worden, an welchem sich nahezu alle ortsansässigen Vereine, Institutionen und auch Betriebe beteiligten. Bürgermeister Friedrich dankte der Jugendbeauftragten Gisela Redlingshöfer und der Verwaltung für den „großartigen Einsatz bei oft schwierigen Koordinierungen“. Insgesamt hätten sich 158 Kinder und Jugendliche an den verschiedenen Aktionen beteiligt, „welche die Ferienwochen zu Hause abwechslungsreich gestalteten“.