Archiv für den Monat: Dezember 2010

Aktuelles aus dem Gemeinderat

„Der Neubau der Bahnbrücke bei Emskirchen ist logischer Weise auch ein Wilhelmsdorfer Anliegen“, so 1. Bürgermeister Werner Friedrich anlässlich der letzten Gemeinderatssitzung. Dabei gehe es nicht nur um die Frage, ob eventuell ein drittes Gleis vorzusehen sei, sondern vor allem um die „Einhausung“ des Schienenstrangs im Bereich der Brücke, um die Lärmbelastung vor allem durch die höheren Geschwindigkeiten der Züge in Grenzen halten zu können.

Verwundert zeigte sich der Bürgermeister über manchen „vor allem in den Medien geführten Einsatz“ verschiedener Politiker, vor allem vor dem Hintergrund seines Kenntnisstandes, dass sich Landtagsabgeordneter Hans Herold und Bundestagsabgeordneter Christian Schmidt schon seit vielen Jahren „ohne großes Tam-Tam aber mit Erfolg“ für Verbesserungen beim öffentlichen Nah- und Fernverkehr in der Region einsetzen. „Ich bezweifele, dass öffentliche Erklärungen im derzeitigen Stadium der Sache mehr dienen, als sachbezogenes Wirken bei den entscheidenden Stellen“. Mit den Bürgermeistern der Nachbargemeinden Hagenbüchach und Emskirchen, David Schneider und Harald Kempe, sei er auch in dieser Angelegenheit „in gutem Dialog“, meinte Werner Friedrich, wobei „Harald Kempe naturgemäß die örtliche Federführung und auch unser vollstes Vertrauen hat.

In diesem Zusammenhang brachte das Gemeindeoberhaupt auch die unzulängliche Busverbindung in Richtung Herzogenaurach und Erlangen in Erinnerung. „Vermutlich wird der Bus nur deswegen so schlecht angenommen, weil die Taktung und die Fahrzeiten nicht stimmen“. Zu überlegen sei ferner, ob sich eventuell einige Gemeinden zusammenschließen, um eine Art „Bürgerbus“ mit ehrenamtlichen Fahrern zu organisieren. „Gerade für ältere Menschen, die nicht mehr so beweglich sind, wäre das – wie anderswo schon mit Erfolg praktiziert – ein zusätzliches Angebot zur Verbesserung der Lebensqualität auf dem Land“.

Beinahe zur „Formsache“ geriet der endgültige und einstimmig gefasste Beschluss des Gemeinderates hinsichtlich der Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens zur Errichtung von zwei Windenergieanlagen in der Gemarkung Ebersbach. Nach ausführlicher und mehrmonatiger Beratung – die FLZ berichtetet mehrfach – behandelte der Rat jetzt auch die immissionsschutzrechtliche Ausarbeitung, wonach an allen sechs untersuchten Immissionsorten eine Unterschreitung der geltenden Richtwerte zu erwarten sei.

Ein Stück voran geht es auch mit der Breitbandversorgung im Gemeindegebiet. Bürgermeister Friedrich berichtete, dass nach Angaben der Telekom die neuen schnellen Leitungen am 22. Januar nächsten Jahren in Betrieb gehen könnten, „falls nichts mehr dazwischen kommt“.

Bei einem Bauplan im Neubaugebiet in der Orffstraße genehmigte der Gemeinderat die Befreiung von Festsetzungen des Bebauungsplanes insofern, als zur Errichtung eines Kniestocks die vorgesehene Wandhöhe überschritten werden dürfe. Alle Nachbarn hatten dem Vorhaben uneingeschränkt zugestimmt, was bei der geplanten Erweiterung eines Ladengeschäftes nicht der Fall war. Dennoch wurde auch hier das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Mit dem vorgesehenen Abriss eines Wohnhauses und entsprechendem Neubau an markanter Stelle im Zentrum der Gemeinde wird sich der Rat noch einmal gesondert beschäftigen.

Da die zu erwartenden Einnahmen noch nicht abschätzbar seien, wollte der Bürgermeister darauf verzichten, jetzt schon Details zum Haushalt 2011 festzulegen. „Wir machen keinen Haushalt auf Verdacht“, so Werner Friedrich. Es gebe noch zu viele Unwägbarkeiten, beginnend bei den staatlichen Zuweisungen bis hin zu der Frage, „wie Bezirk und Landkreis die jeweiligen finanziellen Herausforderungen zu bewältigen gedenken“. Unabhängig davon stimmte der Gemeinderat der Jahresplanung für die Anmeldung zum Städtebauförderungsprogramm zu. Im Wesentlichen geht es hier um die Fortschreibung begonnener Maßnahmen vor allem im Umgriff des Feuerwehrhauses, der Waaggasse und für private Sanierungsvorhaben im Kernort.