Archiv für den Monat: Mai 2011

Aktuelles aus dem Gemeinderat

„Gemeindliches Wachstum entsteht schon lange nicht mehr aus dem eigenen ‚Bestand’, sondern nur durch Neuansiedlungen“, so Bürgermeister Werner Friedrich in seiner Halbzeitbilanz vor dem Gemeinderat. Ohne neue Baugebiete gebe es keine kontinuierliche Entwicklung, weshalb die Gemeinde schon heute an Abrundungen und Ergänzungen im Bereich des Baugebietes Beethovenstraße denken müsse. „Wir brauchen vielfältige und individuelle Angebote, um den Wünschen der Interessenten gerecht werden zu können“.

Auch wenn der große Bauboom nachgelassen habe, gebe es immer wieder Nachfragen vor allem aus dem Ballungsraum Nürnberg/Fürth/Erlangen. Erweiterungsmöglichkeiten sieht der Bürgermeister zum Beispiel im Westen und Norden des Baugebietes, wo nach nur drei Jahren bereits mehr als die Hälfte der Bauplätze verkauft wurden.

Weitere Verkäufe habe es im Baugebiet Eichenweg II gegeben, woraus sich eine ausgesprochen positive Gesamtbilanz der letzten neun Jahre ergebe. Friedrich: „In diesem Zeitraum wurden 118 Bauplätze erschlossen, von denen bis heute 92 durch die Gemeinde verkauft wurden bzw. im Zusammenhang mit der Abrechnung der Erschließungskosten im Privatbesitz verblieben.

Insgesamt seien dadurch 173 Einwohner neu nach Wilhelmsdorf und Oberalbach gekommen. „Per Saldo sind es zwar nur 70 neue Mitbürger, aber ohne die Baulandentwicklung wäre die Einwohnerzahl um 100 gesunken, mit all den damit verbundenen Nachteilen wie beispielsweise Altersstruktur, Steueraufkommen und Finanzierung kommunaler Einrichtungen“.

Eine positive Entwicklung sieht Bürgermeister Friedrich auch im Gewerbegebiet, wo sich kontinuierlich neue Betriebe ansiedeln würden, die vor allem wegen ihrer Vielfalt eine gewisse Sicherheit böten. Auch hier müsse die Gemeinde in Vorlage gehen. „weil kein Unternehmen so lange warten kann, bis unerschlossenes Gelände baureif wird“.

Ohne Gegenstimmen hat der Gemeinderat beschlossen, als Aufsatz auf die bestehende Friedhofsabgrenzung zum Parkplatz hin eine Urnenwand mit 18 Fächern zu installieren. Die Gemeinde will damit den zahlreich vorliegenden Wünschen Rechnung tragen. Der Standort habe den Vorteil, dass bedarfsgerecht ohne großem Aufwand Erweiterungen möglich sind.

Weiteres Thema war die von einzelnen Bürgern monierte Lärmentwicklung vor allem beim Kinderspielplatz am Buchenweg, der wegen seiner Attraktivität sehr gut angenommen werde und sich deshalb dort auch ein vergleichsweise hoher Geräuschpegel entwickle. Störend würde vor allem empfunden, dass Heranwachsende und sogar Erwachsene den Spielplatz zum Beispiel durch Fußballspielen missbrauchen.

Der Gemeinderat sah zunächst aber keinen zusätzlichen Regelungsbedarf, zumal die Begrenzung bis 12 Jahre per Satzung festgeschrieben und ausgeschildert ist. Übereinstimmend wurde die Meinung vertreten, dass kindliche Verhaltensweisen grundsätzlich hinzunehmen sind. Bei Missbrauch durch Erwachsene müsse allerdings eingeschritten werden.

Während man in Wilhelmdorf bei den neuen DSL-Anschlüssen bis auf Ausnahmen recht gut vorangekommen sei, verzögere sich die Umstellung auf regenerativen Strom. Das „Tarifwirrwarr“ des Versorgungsunternehmens vor allem im Zusammenhang mit der Netz-GmbH sei wenig transparent und deshalb keine geeignete Entscheidungsgrundlage, so der Bürgermeister in seinem Bericht. Die Verwaltung will bis zur nächsten Sitzung einen Vorschlag ausarbeiten.

Zensus 2011 – Wissen was morgen zählt

Europaweite Volkszählung

Am 9. Mai 2011 findet nach fast genau 24 Jahren wieder ein Zensus statt, damals noch Volkszählung ge-nannt. Deutschland beteiligt sich damit an einer europaweiten Volkszählungsrunde, die für die Jahre 2010/2011 gesetzlich vorgeschrieben ist. Im Rahmen des Zensus werden Einwohnerzahlen und andere Grunddaten der Bevölkerung erhoben, um sowohl dem Bund, den Ländern und den Gemeinden als auch der Wirtschaft statistische Planungsgrundlagen an die Hand geben zu können. Zensusdaten haben vielfältige Auswirkungen sowohl auf das demokratische Staatswesen als auch den persönlichen Alltag der Menschen, z.B. beim Länderfinanzausgleich, bei der Einteilung von Wahlkreisen und bei Volksbegehren aber auch bei der kommunalen Planung von Kindergärten, Schülerbeförderung und Seniorenheimen.
Beim Zensus 2011 wird ein Großteil der benötigten Daten aus Verwaltungsregistern, wie z.B. dem Meldere-gister, erhoben. Aus Gründen der Qualitätssicherung und zur Ermittlung zusätzlicher Zensusmerkmale, wie der Bildung oder der zur Verfügung stehenden Wohnfläche, ist es dennoch erforderlich, direkte Befragungen bei rund einem Drittel der Bevölkerung durchzuführen. Die drei wichtigsten Befragungen des Zensus sind dabei zum einen die Gebäude- und Wohnungszählung, bei der alle Eigentümer und Verwalter von Wohnimmobilien per Post einen Fragebogen vom Statistischen Landesamt erhalten. Zweitens die Haushaltsstichprobe, bei der nach einem statistischen Zufallsverfahren ausgewählte Haushalte – 10% der Bevölkerung – persönlich durch einen Interviewer befragt werden. Und die Erhebung in sogenannten Sonderbereichen, bei denen abhängig von der jeweiligen Bereichsart (sensibel oder nicht sensibel) entweder alle Bewohner oder die Leiter der Einrichtungen um Auskunft gebeten werden. Für alle Befragungen des Zensus hat der Gesetzgeber eine Auskunftspflicht festgelegt (§ 18 Zensusgesetz 2011 ZensG 2011).
Beim Zensus 2011 können die Bürger sicher sein, dass die gewonnenen Informationen ausschließlich für statistische Zwecke verwendet werden und nicht in die öffentliche Verwaltung, wie die Einwohnermeldeämter, zurückfließen werden. Außerdem werden alle persönlichen Angaben, wie der Name oder die Adresse, zum frühestmöglichen Zeitpunkt, d.h. nach der Aufbereitung der Daten, gelöscht. Der Schutz der erhobenen Da-ten hat in der amtlichen Statistik eine hohe Priorität und unterliegt strikten rechtlichen Rahmenbedingungen. Deshalb sind alle Mitarbeiter beim Zensus auch schriftlich zur Verschwiegenheit verpflichtet worden.
18 Monate nach dem Stichtag, also am 9. November 2012, werden die ersten Zensusergebnisse veröffent-licht. Ab diesem Zeitpunkt gibt es wieder aktuelle und verlässliche Zahlen darüber, wie viele Menschen in Bayern leben und wie die Wohnsituation vor Ort aussieht. Am 9. Mai 2013 werden dann auch Zahlen über Haushalte, deren Struktur sowie weitere interessante Informationen über Bayerns Kreise, Städte und Ge-meinden jedermann zur Verfügung stehen. Weitere Informationen zum Zensus 2011, seinem Zweck, seine Rechtsgrundlagen sowie Musterfragebogen finden Sie im Internet unter www.statistik.bayern.de/zensus.